Humortrainer:innen-Akademie in Bonn
Vom 28.-30.04.2025 fand wieder die Trainer:innen-Akademie der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN (HHH) in Bonn statt. An diesem internen Fortbildungsformat nehmen die Trainer:innen der Stiftung regelmäßig teil, um sich weiterzubilden, zu vernetzen und gemeinsam zu trainieren.
In diesem Jahr leitete zum wiederholten Mal Michael Christensen, Begründer der Klinikclownbewegung in den USA und Ideengeber für die HHH-Humorworkshops, gemeinsam mit den beiden Fachlichen Leitern Humorworkshops, Felix Gaudo und Andreas Bentrup, die Akademie. Bei der diesjährigen Akademie wurde die „Präsenz“ in der Arbeit mit Gruppen trainiert. Ob in Pflegeeinrichtungen, Kliniken oder Hospizen – humorvolle Begegnungen entstehen im präsenten Moment.
„Mit ‚Präsenz‘ ist der Fokus auf und die Wahrnehmung des jeweiligen Moments und der jeweilige Stimmung in der Gruppe gemeint. In der Arbeit mit Gruppen werden in der Regel im Vorfeld Ziele, Methoden und Abläufe definiert. Und dennoch ist die Arbeit mit jeder Gruppe unterschiedlich“, sagen Andreas Bentrup und Felix Gaudo. „Ziel der HHH-Workshops für Pflegeteams ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit Themen und zudem das Vermitteln einer konkreten Erfahrung in Form einer heiteren, positiven und offenen Grundstimmung. Damit dies gelingt, müssen Humortrainer:innen in der Lage sein, Dynamiken in Gruppen wahrzunehmen und diese angemessen zu lenken und darauf eingehen zu können.“
Das Spiel als Schlüssel zur Präsenz
„Der Schlüssel zur Präsenz ist das Spiel. Im Spiel sind wir ganz im Moment – und genau dadurch entsteht echte Verbindung. Gemeinsames Spiel ist sozusagen der Gamechanger. Es löst Hierarchien auf und füllt den Raum mit freudiger Leichtigkeit“, erklärt Michael Christensen, der in den 1980er Jahren die Clown Care Unit des Big Apple Circus in New York ins Leben gerufen hat. 2008 hat er in Zusammenarbeit mit dem „NYU College of Nursing/ New York“ spezielle spielerische Übungen für die Ausbildung professioneller Klinikclowns entwickelt, und diese für medizinisches Fachpersonal, insbesondere für Pflegefachkräfte, adaptiert. „Eine der wirkungsvollsten Übungen war jene, die die Fähigkeit trainiert, authentisch präsent zu sein – ein wahrhaft kraftvoller Zustand“, erläutert Michael Christensen. „Bereits die präsente Anwesenheit des Pflegefachpersonals bei den einzelnen Patient:innen kann schon positives bewirken. Denn wenn man sich erstmal authentisch auf menschlicher Ebene begegnet, folgt der Rest schon von ganz alleine. Daher bin ich der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN sehr dankbar, dass sie die Workshop-Arbeit mit dem Pflegefachpersonal weiterentwickelt und so die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitswesen vertieft hat.“ „Humor ist weit mehr als ein Gag – er ist gelebte Verbindung“, sagt Felix Gaudo. Andreas Bentrup ergänzt: „Und diese Verbindung entsteht durch präsente Menschen. Mit Herz und Lust am Spiel.“
Professionelle Humorarbeit im Sinne von HHH, ist deshalb mehr als das, was üblicherweise unter „Clownerie“ verstanden wird: Es ist die Kunst, Menschen im Moment zu begegnen – mit echter Präsenz, spielerischer Offenheit und der Freude am Jetzt.